Umsetzung
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Ihr wisst nicht, wie ihr anfangen sollt? Wie ihr an Materialien kommt oder das Projekt finanzieren könnt? Es gibt unterschiedliche Wege, es gibt kein richtig oder falsch. Wir zeigen euch einige Möglichkeiten auf.
Von der Idee zum Projekt
Ihr habt eine Idee – aber wie wird daraus ein echtes Projekt? Das hängt davon ab, wie groß eure Idee ist. Manche Sachen könnt ihr sofort machen, andere brauchen mehr Vorbereitung. Hier findet ihr beide Wege.
1. Idee finden
- Die besten Ideen liegen direkt vor eurer Tür. Geht mit offenen Augen durch euren Stadtteil: Wo fehlt eine Sitzbank? Warum steht der Laden an der Ecke leer? Wo dominieren Autos den Raum? Macht Fotos, notiert eure Beobachtungen. Sprecht mit Menschen vor Ort: Fällt es ihnen auch auf? Was haben sie für Ideen
- Setzt euch zusammen und sammelt: Was könnt ihr verändern, womit ergänzen, worauf aufmerksam machen? Jede Idee zählt, auch die verrücktesten. Schreibt sie auf Klebezettel und klebt sie an die Wand. Sortiert sie nach Themen oder Machbarkeit. Welche Idee begeistert euch am meisten? Macht sie konkret: Was wäre der erste Schritt? Wie sieht das Endergebnis aus?
2. Kleine Projekte: Einfach machen!
- Markieren mit Kreide, Sticker kleben, Hocker bauen, Guerilla Gardening – solche Projekte brauchen keine lange Planung. Besorgt Material, sucht euch einen Ort, legt los! Dokumentiert mit Fotos, teilt sie online, inspiriert andere. Das war's. Keine Genehmigung, kein Antrag, kein Stress.
- Springt direkt zu Materialien und Geld, wenn ihr wissen wollt, wo ihr was herbekommt.
3. Große Projekte: Mit Planung
Parklet, Skatepark, Urban Garden, Straßenfest – solche Projekte brauchen Zeit, Partner und oft Genehmigungen. Hier sind die wichtigsten Schritte:
- Team bilden
Wer macht mit? Große Projekte schafft man nicht allein. Verteilt klare Aufgaben: Wer organisiert? Wer kommuniziert mit Ämtern? Wer dokumentiert? Wer kümmert sich ums Geld? Je klarer die Rollen, desto besser läuft's.
- Ist das machbar?
Habt ihr genug Zeit, Materialien und Unterstützung? Falls die Idee zu groß wirkt, teilt sie in machbare Schritte auf. Ein Skatepark mit drei Rampen statt zehn ist immer noch besser als gar keiner. Klein anfangen ist besser als aufgeben.
- Budget planen
Schreibt auf, was ihr braucht, und recherchiert die Preise. Rechnet nicht zu knapp – plant einen Puffer von 20-30% ein, falls etwas teurer wird oder ihr etwas vergesst. Unterscheidet zwischen "brauchen wir unbedingt" und "wäre cool zu haben". So könnt ihr das Projekt notfalls auch mit weniger Geld umsetzen.
- Grünes Licht holen
Bei kleinen, temporären Aktionen braucht ihr meist keine Genehmigung. Trotzdem: Informiert das Ordnungsamt vorher – das schafft Vertrauen und verhindert Missverständnisse.
Bei größeren Projekten braucht ihr oft eine Genehmigung: wenn ihr etwas dauerhaftes baut (Parklet, Skatepark), ein Straßenfest organisiert oder eine Brachfläche nutzen wollt. Wendet euch frühzeitig an den Jugendrat oder eure Bezirksvorsteher*innen – sie kennen die richtigen Ansprechpartner*innen in der Verwaltung und können euch unterstützen. Plant mindestens 4–6 Wochen Vorlaufzeit ein.
Für alle rechtlichen Details – welche Genehmigungsarten es gibt, was ihr zu Haftung und Versicherungen wissen müsst und welche Rahmenbedingungen gelten – schaut in die Freiraum Fibel.
- Zeit einplanen
Was muss bis wann fertig sein? Erstellt einen groben Zeitplan. Und ganz wichtig: Plant Puffer ein – es dauert immer länger als gedacht. Daher lieber einen Monat mehr einplanen.
- Partner finden
Jugendarbeiter*innen, Hausmeister*innen, lokale Firmen, die Stadtverwaltung – viele können euch helfen. Mit Know-how, Werkzeug, Sachspenden oder Genehmigungen. Sprecht auch mit Nachbar*innen über eure Idee. Neue Perspektiven verbessern euer Projekt und ihr gewinnt vielleicht direkt Unterstützer*innen.
4. Umsetzen
Jetzt wird's konkret! Legt los, bleibt dran, passt euch an.
- In Kontakt bleiben
Nachrichten-Gruppe für schnelle Absprachen, gemeinsame Cloud für Dokumente. Wöchentliche Treffen für wichtige Entscheidungen. Falls ihr mal nicht könnt, sagt den anderen bescheid!
- Sichtbar machen
Teilt euer Projekt auf Social Media, informiert die lokale Presse, hängt Plakate auf. Das motiviert andere mitzumachen und zeigt, was ihr bewegt. Öffentlichkeit schafft auch Rückhalt – die Stadt wird euch eher unterstützen, wenn sie sieht, dass euch viele Menschen dahinter stehen.
- Wenn's hakt
Konflikte im Team? Partner springen ab? Material ist teurer als gedacht? Sprecht es offen im Team an. Gemeinsam findet ihr Lösungen. Manchmal hilft auch eine Pause – Abstand gewinnen, dann mit frischem Kopf weitermachen.
- Flexibel bleiben
Projekte entwickeln sich weiter – das ist normal und oft entstehen dabei die besten Lösungen. Der Parklet wird kleiner, aber dafür mit mehr Pflanzen? Das Straßenfest findet doch auf einem anderen Platz statt? Bleibt offen für Veränderungen und neue Chancen.
5. Abschließen
- Erfolg feiern
Ihr habt es geschafft! Feiert euren Erfolg gemeinsam. Ladet alle ein, die mitgeholfen haben. Macht Fotos. Genießt den Moment.
- Was habt ihr gelernt?
Setzt euch am Ende nochmal zusammen: Was lief gut? Was würdet ihr beim nächsten Mal anders machen? Was war überraschend einfach, was unerwartet kompliziert? Schreibt es auf. Diese Erkenntnisse helfen euch bei zukünftigen Projekten – und vielleicht auch anderen, die von euch lernen wollen.
Schickt uns gerne eure Projekte, als Inspiration: hallo@super-places.de.
Workshop zur Ideenfindung © Studio Malta
Wo bekommt ihr Materialien?
Welche Materialien eignen sich für den Bau eures Projekts? Die Auswahl des passenden Materials ist wichtig, aber auch, wo und wie ihr es bekommt. Hier findet ihr Informationen zu verschiedenen Materialien und Wege, sie günstig oder sogar kostenlos zu erhalten.
Holz
Ein vielseitiges und einfach zu bearbeitendes Material. Holz kann für eine Vielzahl von Projekten verwendet werden und schont als nachwachsendes Baumaterial die Umwelt. Fragt bei lokalen Holzhändlern oder Tischlereien nach Resten oder Verschnitt. Oft geben sie diese vergünstigt oder kostenlos ab, besonders wenn ihr erklärt, dass es für ein gemeinnütziges Jugendprojekt ist.
Mixed Media
Manchmal braucht es die typischen Baustoffe gar nicht. Materialien wie Kreidespray, Tape, Stoffreste oder Papprollen bieten sich hervorragend für kreative Projekte an. Eventuell müsst ihr überlegen, wie ihr diese Materialien vor Nässe und Wind schützen könnt. Diese Materialien sind nicht nur günstig, sondern auch äußerst vielseitig und einfach zu handhaben.
Recycling, Upcycling, Precycling
Nutzt Upcycling, indem ihr Materialien aus alten oder gebrauchten Objekten wiederverwendet. Ob alte Ziegel, Metallreste oder andere gebrauchte Materialien – oft sind diese noch in gutem Zustand und lassen sich kreativ in eurem Projekt einsetzen. Das ist nicht nur umweltfreundlich, sondern macht euer Projekt auch einzigartig. Beim Precycling leiht ihr euch Materialien, verwendet sie für euer Vorhaben und gebt sie danach zurück in die Weiterverarbeitung.
Recyclinghöfe
In vielen Städten gibt es Recyclingzentren, die überschüssige Baumaterialien oder andere nützliche Materialien zur Verfügung stellen. Hier könnt ihr zu reduzierten Preisen oder sogar kostenlos Materialien für euer Projekt erhalten. Fragt einfach nach oder geht hin und lasst euch inspirieren.
Spenden
Fragt bei Geschäften oder Baustoffhändlern nach überschüssigen Restbeständen. Diese können noch in gutem Zustand sein und werden oft zu günstigen Preisen oder sogar kostenlos abgegeben. Dies spart Kosten und schont gleichzeitig Ressourcen.
Online-Plattformen und soziale Netzwerke
Schaut auf Online-Plattformen wie Kleinanzeigen nach kostenlosen oder günstigen Materialien. Ihr könnt auch einen Post auf Instagram machen, in dem ihr nach Materialien für euer Projekt fragt und eine Sammelaktion startet. Auch auf anderen Tauschplattformen gibt es regelmäßig Angebote, die gut zu eurem Vorhaben passen könnten.
Lokale Unternehmen und Partnerschaften
Erkundigt euch bei Unternehmen und Handwerker*innen in eurer Nähe, ob sie Reste oder nicht benötigte Materialien haben. Oft sind sie bereit, gemeinnützige Projekte zu unterstützen und mitzuhelfen.
Werkzeug und Equipment
Habt ihr nicht das passende Werkzeug? Viele Städte haben Werkzeugbibliotheken, Makerspaces oder Repair-Cafés, wo ihr Werkzeug ausleihen könnt. Auch Jugendhäuser, Schulwerkstätten oder der Hausmeister*innen können oft weiterhelfen. Fragt auch in der Nachbarschaft – viele Menschen leihen gerne Werkzeug für Jugendprojekte aus.
Technik und Medienausstattung
Für die Ausleihe von Kameras, Beamern, Soundanlagen, Fotolicht oder andere technische Ausrüstung sind Stadt- oder Landesmedienzentren können eure erste Anlaufstelle sein. Viele bieten kostenlos oder gegen geringe Gebühren Ausleihservices speziell für Bildungsprojekte und Jugendgruppen an. Lieber früher als später anfragen!
Transport organisieren
Große oder schwere Materialien zum Projektort zu bekommen, kann eine Herausforderung sein. Schaut, ob es in eurer Stadt Lastenrad-Sharing gibt – viele Städte und das Projekt Freies Lastenrad bieten das kostenlos an. Für größere Transporte könnt ihr bei Baumärkten nach Transportern fragen (oft günstiger mit Materialankauf) oder in der Community nach jemandem mit Anhänger oder Transporter suchen. Auch hier gilt: Fragt einfach – viele helfen gerne.
Wie bekommt ihr Geld für euer Vorhaben?
Um euer Projekt umzusetzen, benötigt ihr wahrscheinlich finanzielle Mittel. Glücklicherweise gibt es viele verschiedene Wege, um diese zu erhalten. Ob durch öffentliche Förderungen, private Spenden oder kreative Finanzierungsoptionen. Im Folgenden stellen wir euch einige der Optionen vor, die euch dabei helfen können, das nötige Geld für euer Projekt zu sichern.
Budget des Jugendrats
Viele Jugendräte haben ein eigenes Budget für Projekte, das für verschiedene Vorhaben genutzt werden kann. Erkundigt euch, ob ihr Unterstützung für euer Projekt erhalten könnt und wie ihr Zugang zu diesen Mitteln bekommt.
Kulturamt
Das Kulturamt fördert Projekte im Bereich Kunst und Kultur. Dazu gehören nicht nur Ausstellungen, Musikprojekte oder Feste, sondern auch kreative Ideen von Jugendlichen. Fragt nach, wer die richtige Ansprechperson ist und wie ihr eine Förderung beantragen könnt.
Bezirksbeirat
Bezirksvorsteher*innen können euch dabei unterstützen, Mittel aus dem Stadtteilbudget zu bekommen. Mit diesen Geldern können lokale Projekte umgesetzt werden, die einen positiven Einfluss auf euren Stadtteil haben. Nutzt die Chance, mit dem Bezirksbeirat in Kontakt zu treten und fragt nach einer möglichen Unterstützung für eure Idee.
Crowdfunding und soziale Medien
Crowdfunding ist eine großartige Möglichkeit, Geld für euer Projekt zu sammeln. Plattformen wie Kickstarter, Startnext, GoFundMe oder WeMakeIt ermöglichen es euch, eure Idee einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen und Spenden zu erhalten. Wenn ihr eine aktive Community oder gute Kontakte in sozialen Medien wie Instagram oder TikTok habt, könnt ihr dort ebenfalls einen Spendenaufruf starten. Eure Follower können so zu Unterstützer*innen werden und euch helfen, die nötigen Mittel zu sammeln.
Jugend- und Schulförderungen
Viele Schulen, Jugendhäuser oder lokale Jugendorganisationen bieten eigene Fördermittel oder Wettbewerbe für kreative Projekte an. Fragt bei euren Lehrer*innen und Jugendbetreuer*innen nach, ob es bei euch solche Programme gibt. Diese Förderungen sind oft speziell auf Jugendliche zugeschnitten und bieten euch eine unkomplizierte Möglichkeit, an Geld zu kommen.
Sachspenden statt Geld
Manchmal braucht ihr gar kein Geld, sondern einfach Material, Werkzeug oder Arbeitszeit. Fragt bei lokalen Firmen nach Sachspenden. Viele Unternehmen unterstützen gerne Jugendprojekte mit dem, was sie haben – sei es Farbe, Holz, Druckkosten für Plakate oder kostenlose Nutzung von Räumen. Das spart Geld und baut gleichzeitig Partnerschaften auf.
Veranstaltungen und Aktionen
Überlegt, ob ihr nicht auch selbst Veranstaltungen oder Aktionen organisieren könnt, um Geld zu sammeln. Ob ein Konzert, ein Flohmarkt oder ein Kuchenverkauf – mit kreativen Ideen könnt ihr nicht nur Geld sammeln, sondern auch eure Idee bekannt machen und Unterstützer*innen gewinnen.
Stiftungen, Lotterien und NGOs
Es gibt viele Stiftungen und Nichtregierungsorganisationen (NGOs), die soziale, kulturelle oder ökologische Projekte unterstützen. Sie bieten oft gezielte Förderprogramme oder Stipendien an. Recherchiert lokale oder nationale Stiftungen, die gut zu eurem Projekt passen.
Förderanträge
Förderantrag schreiben
Viele Förderstellen verlangen einen schriftlichen Antrag. Keine Sorge – das ist keine Doktorarbeit! Ein guter Antrag enthält: eine kurze, klare Projektbeschreibung (was, warum, für wen?), einen Zeitplan (wann passiert was?), einen Kostenplan (wofür braucht ihr wie viel Geld?) und Informationen über euer Team. Schreibt verständlich und authentisch. Wenn ihr unsicher seid, lasst den Antrag vorher von Jugendarbeiter*innen oder Lehrer*innen gegenlesen. Viele Förderstellen bieten auch Beratung an, das ist richtig gut um zu verstehen, was ihr in den Antrag schreiben sollt – nutzt das!
Fristen und Vorlaufzeit beachten
Förderanträge brauchen Zeit. Informiert euch früh über Fristen – manche Förderprogramme haben feste Bewerbungsrunden (z.B. nur zweimal im Jahr). Die Bearbeitung kann mehrere Wochen bis Monate dauern, ja nach Umfang des Projekts. Plant also mindestens 2–3 Monate Vorlauf ein, bevor ihr das Geld wirklich braucht. Startet rechtzeitig mit der Recherche und dem Antrag!
Plan B bei Absage
Eine Förderung wurde abgelehnt? Das passiert – nicht aufgeben! Fragt nach, was euren Antrag besser machen würde und ob ihr den Antrag überarbeiten könnt. Sucht parallel nach anderen Finanzierungsquellen. Oft lässt sich eine Idee auch schrittweise umsetzen: Startet klein mit dem, was ihr habt, und baut später aus.
Links zu Förderungen
- Partnerschaft für Demokratie, gibt es bundesweit. Vielleicht auch in deiner Stadt. In Stuttgart gibt es auch einen Jugendfonds
- Allianz für Beteiligung, Beteiligungtaler für Baden-Würrtemberg
- Projektförderung der Servicestelle Kinder und Jugendbeteiligung Baden-Württemberg SKJB-BW