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Instrumente

Die bestehenden Gesetze zur Jugendbeteiligung sind schwammig. Um Jugendbeteiligung auf stabile Füße zu stellen, braucht es konkrete Instrumente, die ihr auf politischer Ebene einfordern könnt. Dazu findet ihr hier Anregungen.

Jugendgerechtes Onboarding

Gute Beteiligung muss euch empowern, damit ihr auf Augenhöhe mitsprechen könnt. Wenn die Stadt mit einer Planung beginnt, sollte sie euch mit an Bord nehmen, indem ihr eine jugendgerechte Einführung in die Materie erhaltet. Das kann z. B. ein Workshop sein, der euch den Planungsprozess genau erklärt und die Infos gibt, die ihr braucht, um euch eine fundierte Meinung zu bilden.

Jugendbeteiligung im STEK

Stadtentwicklungskonzepte (STEK) stellen die Weichen für die kommenden Jahrzehnte und betreffen daher eure Zukunft. Bei ihrer Erarbeitung solltet ihr deshalb ab Phase 0  mit ins Boot geholt werden und den gesamten Prozess über an Bord bleiben – also nicht nur einmal, sondern kontinuierlich beteiligt werden. Der Prozess sollte transparent und ergebnisoffen sein. Wenn das nicht zutrifft, könnt ihr das kritisieren.

Jurysitz bei Wettbewerben

Einige Städte machen es bereits vor: Jugendliche haben einen Sitz in Preisgerichten, die bei städtebaulichen Wettbewerben die Entwürfe beurteilen und Sieger bestimmen. Sie werden intensiv auf das Preisgericht vorbereitet und/oder erarbeiten ein Jugend-Gutachten. Dazu gehört die Erklärung der Wettbewerbsentwürfe durch Fachkundige mit ihren jeweiligen Stärken und Schwächen.

Jugend-Gutachten

Jugendliche können ein Gutachten zu einem städtebaulichen Entwurf oder zu einem Stadtentwicklungskonzept erarbeiten. Dabei wird ein Entwurf aus der Jugendperspektive beurteilt. Fachlich unterstützen kann entweder das Büro, welches den Wettbewerb auslobt, oder eine Fachperson aus dem Amt für Stadtplanung. Werden Bedürfnisse junger Menschen räumlich und konzeptionell berücksichtigt? Liefert der Entwurf gute Antworten auf die Zukunftsthemen junger Menschen (bezahlbares Wohnen, Klimawandel, Orte für Subkultur usw.)? Das Jugend-Gutachten kann den Entscheidungsträger*innen, dem Gemeinderat oder dem Preisgericht vorgelegt werden und dient als Entscheidungshilfe.

Phase-0-Rat

Bei großen städtebaulichen Projekten, die weit in die Zukunft greifen, ist die Phase 0 entscheidend. Zu Beginn sollte ein Rat aus Bürger*innen gebildet werden, der sich aus Menschen mit unterschiedlichem Alter und verschiedenen sozialen Hintergründen zusammensetzt. Jugendliche sollten überproportional vertreten sein, da sie die Zukunft am stärksten betrifft. Sie können Themen und Aspekte einbringen, die ältere Personen nicht auf dem Schirm haben. Wenn der Rat die tatsächliche Zusammensetzung der Bevölkerung widerspiegeln würde, wären die Interessen von Jugendlichen unterrepräsentiert. Mit fachlicher Unterstützung und auf der Grundlage umfangreicher Informationen wird gemeinsam eine Aufgabenstellung für die Planung formuliert.

Jugendgerechte Beteiligungsformate

Oft werden Ankündigungen für Beteiligungen noch auf analogem Weg wie im Amtsblatt oder nur in Fachkreisen verbreitet. Auch die Veranstaltungszeiten am Abend sind für Schüler*innen ungünstig. Eine inklusive Beteiligung zeichnet sich durch Angebote aus, die sich auch an den Tagesabläufen unterschiedlicher Altersgruppen orientieren. Gute Beteiligung setzt auf vielfältige Formate und ist transparent.

City Kit © Studio Malta

Runder Tisch in der Verwaltung

In vielen Städten gibt es bereits Wissen über die Bedürfnisse von Jugendlichen vor Ort, ein enges Netz an Jugendangeboten und -hilfen sowie Ansätze von Jugendbeteiligung. Aber dieses Wissen ist in der Verwaltung nicht vernetzt. Deshalb kann ein Runder Tisch viel bewirken. Noch nützlicher wäre eine Person in der Verwaltung, die die Hauptaufgabe hat, Projekte der Stadt auf Jugendrelevanz zu prüfen und Ämter miteinander zu verknüpfen. So kann Wissen gesammelt und auf dem aktuellen Stand gehalten werden, und es können auch schnell die wichtigen Akteur*innen erreicht werden.