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Wie plant die Kommune?

Stadtplanung ist ein Prozess, der nie fertig ist. Einzelne Schritte und Projekte können viele Jahre dauern. Aber warum ist das so? Die Kommune hat die schwierige Aufgabe, die Interessen von Bürger*innen, Unternehmen, Vereinen und weiteren Akteur*innen zu berücksichtigen und aufeinander abzustimmen. Dazu muss sie sich einen sinnvollen Ablauf überlegen und die passenden Planungsinstrumente kombinieren. Hier findet ihr große und kleine Praxisbeispiele, die euch helfen, die einzelnen Planungsschritte und deren Zusammenwirken zu verstehen.

Wie wird ein neuer Stadtteil geplant?

Stuttgart Rosenstein

In Stuttgart entsteht gerade ein Riesenprojekt. Auf der über 100 Fußballfelder großen Fläche des alten Bahnhofs wird ein neuer Stadtteil von Grund auf geplant. Wie das geht, erfahrt ihr, wenn ihr auf Play drückt.



<p>Siegerentwurf Rosenstein Wettbewerb © asp Architekten</p>

Siegerentwurf Rosenstein Wettbewerb © asp Architekten

2016, März bis November

Beteiligung: Rosenstein Memorandum

  • Viele verschiedene informelle Beteiligungs- und Informationsveranstaltungen
  • Erarbeitung von Leitplanken für politische Entscheidungen und den kommenden Planungsprozess, auf Basis sozialer und räumlicher Themen
<p>Beteiligung © Stadt Stuttgart</p>
2018, Mai

Beteiligung: Grundlagen für Wettbewerbsauslobung

2018/19

Offener städtebaulicher Wettbewerb

  • Auslobung eines internationalen Wettbewerbs durch die Stadt mit 54 eingereichten Entwürfen
  • Zwei Entwurfsphasen (Zukunftsbild, städtebauliches Gesamtkonzept) und eine Überarbeitungsphase (11 ausgewählte Entwürfe)
  • Bewertung durch Jury:
    • OB, Baubürgermeister, Gemeinderät*innen
    • Fachleute: Architekt*innen, Stadtplaner*innen, Landschaftsarchitekt*innen
  • Siegerentwurf wird gekürt: asp Architekten, Koeber Landschaftsarchitekten
<p>Siegerentwurf © Stadt Stuttgart</p>
2021

Akteursprozess Teilgebiet C1: Vision Maker City

  • Beteiligung der auf dem Teilgebiet C1 bereits ortsansässigen Akteur*innen in einer Gesprächsreihe und drei öffentlichen Veranstaltungen
  • Ziel ist die Erstellung einer Charta als Planungsleitfaden für das Teilgebiet
<p>Crossmediale Beteiligung © Stadt Stuttgart</p>
2022

Beteiligung: Rahmenplan

  • Verfeinerung des Wettbewerbsentwurfs mit 30 repräsentativ ausgewählten Teilnehmer*innen und weiteren ortsansässigen Akteur*innen
2023

Gemeinderatsbeschluss Rahmenplan 2023

  • Ausarbeitung von Teilaspekten des Wettbewerbsentwurfs im Austausch mit städtischen Behörden
  • Grundlage für die rechtsverbindliche Planung
ab 2023

Entwicklung von Fachkonzepten und Teilprojekten

  • Erstellung von Gestaltungsleitfaden und Energiekonzept für das gesamte Gebiet
  • Ideenwettbewerbe und Machbarkeitsstudien zu Teilgebieten und einzelnen Bauvorhaben, z. B. Schulen
2024, November

Ideenwettbewerb Teilgebiet A3: Raum für Ideen

  • Internationaler Ideenwettbewerb zu möglichen Nutzungen, nicht aber Architektur und Gestaltung, für das Teilgebiet A3 (direkt angrenzend an den neuen Bahnhof)
  • Fünf Auszeichnungen und eine Anerkennung aus insgesamt 400 Einreichungen
  • Ergebnisse bilden einen Ideenpool als Grundlage für das eigentliche Verfahren zur Planung der Fläche 
ab 2023

Aufstellung von B-Plänen für Teilgebiete

  • Zweck: Rechtsverbindliche Steuerung der Stadtentwicklung
  • Festlegen von Nutzungen und von Baufeldern, Gebäudegrößen und -formen (Art und Maß der baulichen Nutzung)
  • vorgeschriebener Verfahrensablauf
    • Aufstellungsbeschluss (Begründung, Ziel)
    • Frühzeitige Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung (Aufforderung zur Stellungnahme, Umweltbericht)
    • Formelle Öffentlichkeitsbeteiligung (1-monatige Auslegung des Planentwurfs, Einholen von Einwänden/Stellungnahmen)
    • Abwägung der öffentlichen Belange und Einwände (ggf. erneute Auslegung)
  • Beschlussfassung durch Gemeinderat
2024, Juni

Beschluss B-Plan: Maker City

  • Der erste B-Plan für das Rosensteinquartier ist fertig
<p>Erstnutzung der Fläche © Stadt Stuttgart</p> <p>Folgenutzung © Stadt Stuttgart</p> <p>B-Plan © Stadt Stuttgart</p>
20??

Umsetzung des Gesamtprojekts in Etappen

  • Sobald der unterirdische Bahnhof in Betrieb ist, sollen die oberirdischen Gleise zurückgebaut werden
  • Entwicklungs- und Bauabschnitte werden festgelegt und die Teilgebiete in Etappen gebaut
20??

Vorbereitung von Bauvorhaben

  • Sobald der B-Plan eines Teilgebiets fertig ist, beginnt die Vorbereitung einzelner Bauvorhaben
    • Festlegung von Parzellen (Grundstücken)
    • Grundstücksvergabe (verschiedene Möglichkeiten: z. B. Bieterverfahren, Konzeptvergabe, Direktvergabe)
    • ggf. Architekturwettbewerbe für Einzelgebäude
    • Bauplanung und Baugenehmigung
  • Innerhalb von 3 Jahren nach Baugenehmigung muss ein Bauvorhaben begonnen werden, da sonst die Genehmigung verfällt

Welche Akteur*innen sind beteiligt? Was ist ihre Rolle?

Wie wird ein Platz geplant?

Bismarckplatz, Stuttgart-West

Der Stuttgarter Westen ist ein dicht besiedelter Stadtteil. Grün- und Erholungsflächen sind knapp. Einer der wenigen großen Plätze ist der Bismarckplatz. Weil es kaum Möglichkeiten gibt, ihn zu nutzen, wird er umgebaut. Drückt auf Play, um zu erfahren, wie das geht. Genauere Informationen liefert euch die Zeitleiste unten.



<p>Sanierungsgebiet Bismarcktplatz © Stadt Stuttgart</p>

Sanierungsgebiet Bismarcktplatz © Stadt Stuttgart

2009–2013

Anlass für die Umgestaltung des Platzes

  • Festlegung des Sanierungsgebiets Stuttgart 28 im Gemeinderat
  • Notwendigkeit der Platz-Umgestaltung wird in der Sanierungssatzung genannt
  • Aufnahme ins Städtebauförderprogramm Aktive Stadt- und Ortsteilzentren
<p>Sanierungsgebiet Bismarckstraße in Stuttgart West © Stadt Stuttgart</p>
2014

Beteiligung der Nachbarschaft

2016–2017

Forum lebendiger Westen und städtebaulicher Wettbewerb

  • Stadt kooperiert mit der Bürger*innen-Initiative Forum lebendiger Westen, um die Menschen aus der Nachbarschaft besser zu informieren und zu beteiligen
  • Städtebaulicher Wettbewerb für den Platz als Mehrfachbeauftragung im kooperativen Verfahren (acht Büros werden beauftragt, einen Entwurf zu machen)
  • Ein Siegerentwurf wird gekürt
<p>Siegerentwurf ISA © Stadtbauatelier</p>
2020

Experiment Verkehrsversuch

  • Vorübergehender Verkehrsversuch: Eine Straße wird komplett gesperrt und eine Fahrbahn weggenommen, um zu testen, ob die Planung funktioniert
2021

Fortsetzung des Verkehrsversuchs

  • Die Messungen haben gezeigt, dass der Verkehrsversuch gut funktioniert; deshalb wird er beibehalten, bis der eigentliche Umbau fertig ist
2023

Gründung Bismarckplatz-Verein

  • Engagierte Nachbar*innen wollen dauerhaft am Umbau und an der späteren Bespielung des Platzes mitwirken
<p>Zwischennutzung auf dem Bismarckplatz © Stadt Stuttgart</p>
2024–25

Entwicklung von Teilkonzepten

  • Entwicklung von Fachkonzepten, z. B. eines Wasserkonzepts als Schwammplatz
  • Grabungen, um den Wurzelverlauf der Bäume auf dem Platz zu prüfen, damit sie bei Bauarbeiten nicht beschädigt werden
<p>Fachkonzept Schwammplatz © Stadt Stuttgart</p>
2025–28

Realisierung

  • Bis 2028 soll die Umgestaltung fertig sein

Welche Akteur*innen sind beteiligt? Was ist ihre Rolle?

Wie wird ein bestehendes Quartier umgestaltet?

<p>Das Züblin-Areal, zukünftig <i>Neue Mitte</i></p>

Das Züblin-Areal, zukünftig Neue Mitte

Leonhardsvorstadt, Stuttgart-Mitte

In der Stuttgarter Innenstadt liegen das Bohnenviertel und das Leonhardsviertel direkt nebeneinander. Die beiden Quartiere haben einen sehr unterschiedlichen Charakter. Die Stadt will die historisch gewachsenen Viertel zusammenführen – zur Leonhardsvorstadt. Eine Schlüsselrolle spielt dabei das Züblin-Parkhaus, das genau in der Mitte liegt. Drückt auf Play, um zu erfahren, was die Besonderheiten bei der Umgestaltung eines bestehenden Quartiers sind.



2020

Anlass für die Umgestaltung der Quartiersmitte

  • Bevorstehendes Ende des Erbpachtvertrags mit der Parkhaus-Betreibergesellschaft
  • Start des Projekts Neue Mitte Leonhardsvorstadt; bis 2027 soll auf der Fläche ein zukunftsweisendes Projekt für die Internationale Bauausstellung IBA’27 entstehen
<p>Analysekarte der Leonhardsvorstadt  © Studio Malta</p> <p>Projektraum vor Ort  © Ferdinando Ianonne</p>
2020–2021

Partizipative Machbarkeitsstudie und Strategieplan

  • Ausschreibung eines Planspiels als partizipative Machbarkeitsstudie sowie [...] Kontaktstelle vor Ort durch die Stadt
  • Erarbeitung der Machbarkeitsstudie auf Basis von unterschiedlichen Beteiligungsformaten
  • Ziel: Bedarfe, Wahrnehmung und Entwicklungspotenziale des Ortes kennenlernen
  • Inhalte Strategieplan Zukunft Leonhardsvorstadt: Entwicklungsziele für Vergabe, Nutzungen, Prozessablauf und Einbindung in die Umgebung 
<p>Quartierszielbild © Studio Malta</p>
2022

Grundsatzbeschluss und Klimabilanz

  • Grundsatzbeschluss des Gemeinderats zu Nutzungen und Konzeptvergabe der Fläche, auf Basis des Strategieplans
  • Studie zur CO₂-Bilanz der Varianten Parkhaus-Abriss/Neubau und Parkhaus-Umbau
  • Ergebnis: Laut der Studie verursacht die Variante Abriss/Neubau 700 Tonnen mehr CO₂
  • Bezirksbeirat empfiehlt den Abriss
<p>Städtebauliches Gerüst © Studio Malta</p>
2023–20??

Fortsetzung der Parkhausnutzung

  • Im Leonhardsviertel fehlen vorübergehend Parkplätze, weil in der Nähe ein Parkhaus abgerissen und neu gebaut wird (Breuninger Parkhaus/Smart Mobility Hub)  
  • Die Stadt bewertet das Züblin-Parkhaus als notwendig, bis das andere Parkhaus fertig ist, und verlängert den Erbpachtvertrag mit dem Parkhausbetreiber
  • Verzögerung des Umbaus: vorerst keine öffentliche Kommunikation zu weiteren Planungsschritten seitens der Stadt

Welche Akteur*innen sind beteiligt? Was ist ihre Rolle?